Informationen über den Landseer

Inhaltsverzeichnis


Die Geschichte
Die allgemeine Erscheinung - Wesensmerkmale
Die deutsche Landseerzucht
Betreuung durch den VLD
Es ist soweit / Sie haben einen Landseer
Sozialisierung
Zeigen Sie dem Hund schon in diesem Alter Ihre körperliche Überlegenheit
Suchen Sie Kontakt zu Joggern und Radfahrern
Machen Sie den Hund „tierarztfest“
Machen Sie Ihren Hund mit dem Briefträger und dem Zeitungsausträger bekannt
Suchen Sie viel Hundekontakt
Suchen Sie auch Kontakt zu anderen Tieren
Der Straßenverkehr
Geräusche
Wasser
Geben sie ihrem Hund Geborgenheit
Tägliche Befehle
Kinder und Hunde
Die Körpersprache des Hundes
Die Ernährung des Hundes
Rohes Fleisch


Füttern von Knochen
Braucht ihr Hund Obst und Gemüse?
Durchfall beim Hund
Impfung und Entwurmung
Parasitenbefall
Zecken
Flöhe
Läuse und Haarlinge
Milben
Körperpflege
Fellpflege
Zahnpflege
Allgemeine Pflege
Vorsichtsmaßnahmen
Ein besonderer Züchterwunsch
Was können sie mit ihrem Landseer tun?
Begleithundeprüfung oder Hundeführerschein
Wasserarbeit
Fährtenarbeit
Therapiehund
Verantwortlichkeit


Die Geschichte
Neufundland, die kanadische Provinz, ist das Ursprungsland des Landseers. Die historische Verwendung der Landseer war auf Neufundland vielseitig und entsprechend der harten Natur dieser Insel wurden sie zu bedeutenden Helfern der Menschen zu jeder Jahreszeit. Da diese Hunde auch bei härtesten Witterungsbedingungen treu ihren Dienst leisteten, z.B. den Fischern beim Einholen der Netze halfen, trugen sie in der damaligen Zeit sehr zu der Entwicklung des Küstenlandes bei. Durch ihr eindrucksvolles Erscheinungsbild wurden im 18. Jahrhundert französische und englische Seefahrer auf diese Hunde aufmerksam und nahmen sie mit nach Europa.

Der schon zu Lebzeiten geadelte Sir Edwin Landseer (1802 - 1873), malte die berühmtesten Bilder dieser Neufundländerrasse und wurde dadurch nicht nur Namensgeber der Landseer, sondern setzte sich und den Hunden ein ewiges Denkmal. Die durch ihre Zweifarbigkeit imponierenden Hunde findet man auf vielen Gemälden dieser Zeit in ihrer ruhmreichen Verwendung als Lebensretter und allen Witterungen trotzender Wasserhund.

Lord Byron verfasste 1808 seine „Liebeserklärung“ an den Landseer. In nachfolgendem Ausschnitt aus seinem Gedicht heißt es:

Von Einem, welcher Schönheit besaß,
ohne Eitelkeit, Stärke ohne Übermut,
Mut ohne Wildheit, und alle Tugenden des Menschen, ohne seine Laster.


Die allgemeine Erscheinung - Wesensmerkmale

Der Landseer ist ein großer, kräftiger, temperamentvoller und harmonisch gebauter Hund. Die Grundfarbe des Haarkleides ist weiß mit schwarzen Platten auf der Rumpf und Kruppenpartie. Seine breiten und kräftigen Schultern, die tiefe Brust und der gerade gestraffte Rücken verleihen dem Landseer mit seinem markant geprägten, schwarzen Kopf mit weißer Blesse, einen starken und edlen Ausdruck.

Er ist bewegungsfreudig und seine größte Leidenschaft ist das Schwimmen. Der Rüde erreicht eine Schulterhöhe von 72 cm bis 80 cm, die Hündin von 67 cm bis 72 cm. Trotz seiner großen, mächtig wirkenden Erscheinung ist sein Wesen sanftmütig und liebenswert. Er ist treu und sehr stark auf den Menschen bezogen. Ein Landseer will gefordert sein, da er sehr unternehmungslustig und lernfreudig ist.

Er hat ein natürliches. angeborenes Beschützerempfinden, mit dem er sein ganzes Rudel behütet. Ein Landseer sollte keine Ausbildung zum Schutzhund ablegen. Seine Reizschwelle ist recht hoch. Dies bedeutet, dass bei der Schutzhundausbildung mit sehr starkem Druck auf den Hund gearbeitet werden müsste. Es besteht die Gefahr, dass der Hund sich dabei wesensmäßig verändert und von seinem Herrn entfremdet.


Die deutsche Landseerzucht
In Deutschland erwähnten schon 1791 naturkundliche Handbücher die Existenz großer Neufundlandhunde, die in ihrer weißen Erscheinung schwarze Platten tragen. 1903 wurde in Deutschland mit der planmäßigen Landseerzucht im damaligen „Neufundländer Club für den Kontinent“ und späteren „Neufundländer-Klub“ auf der Basis der FCI-Standards begonnen.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wandte sich das Interesse mehr den schwarzen Neufundländern zu, so dass die Zucht des Landseers abnahm und zum Teil in der Neufundländerzucht aufging. Erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts besannen sich einige Züchter dieser alten Rasse und begannen mit langsam steigendem Erfolg aus noch vor-handenen Landseern und unter Verwendung von Landseerblut tragenden Neufundländern den heutigen Landseer herauszuzüchten. Bis heute hat die Zahl der Landseer in Deutschland auf ca. 3000 Tiere zugenommen und ist nicht mehr vom Aussterben bedroht, so dass der Landseer als eigenständige Rasse weitergezüchtet werden kann.


Betreuung durch den VLD

Der VEREIN VON LANDSEERFREUNDEN UND -ZÜCHTERN IN DEUTSCHLAND E.V.- VLD - wurde 1981 gegründet und ist seit dem Frühjahr 1986 als Zuchtbuchführender Landseerverein Mitglied im VERBAND FÜR DAS DEUTSCHE HUNDEWESEN E.V. -VDH. Mit dieser Vereinsgründung zogen Landseerfreunde die Konsequenzen aus der Schließung des bis dahin beim DEUTSCHEN NEUFUNDLÄNDER-KLUB geführten Zuchtbuches für Landseer und der Abtretung verbriefter Zuchtrechte des DNK.

Die Struktur des Vereins, den Sie vielleicht kennenlernen wollen, ist vor allem durch die Ein-stellung seiner Mitglieder zu ihren Hunden und den Vereinskollegen geprägt. Ihre Toleranz untereinander und ihr gegenseitiger Respekt und ihre Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Landseerfreunden und –züchtern (die ja letztlich alle die gleichen Ziele zum Wohle unserer Hunderasse verfolgen) bestimmen das Vereinsleben wesentlich.

Neben der Zucht ist die Beratung und Betreuung der Mitglieder und anderer Landseerfreunde ein wichtiges Element der Vereinsarbeit.

Am Profit orientierte Züchterei bzw. Hundevermehrung und gewerbsmäßiger Hundehandel, die sich nicht um das weitere Wohlergehen der Landseer sorgen, haben im VLD keine Chance und keine Zukunft.

Neben der im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) monatlich erscheinenden Zeitschrift „Der Rassehund“ steht den Vereinsmitgliedern die vierteljährlich vom VLD herausgegebene VLD-Zeitschrift „Unser Landseer“ als Kommunikationsorgan zur Verfügung.

Wir freuen uns (und wünschen es uns), wenn jedes Mitglied etwas in den Verein einbringt. Dies kann zum Beispiel die Organisation einer Wanderung sein, Hilfe bei Clubschauen und großen VDH-Ausstellungen, die Ausbildung unserer Hunde zu guten Begleit- oder Wasser-rettungshunden, oder auch ein Erlebnisbericht für unsere Landseerzeitung.

Viele haben eine Abneigung gegen die sogenannte Vereinsmeierei - Vereinsleben nur um des Vereinslebens willen, letztlich ohne Ziel und Sinn. Uns geht es auch so. Auch wenn Sie nur als stilles Vereinsmitglied dem VLD angehören möchten, sind Sie uns herzlich willkommen und dem Verein eine große Unterstützung.


Es ist soweit - Sie haben einen Landseer


Sozialisierung

Ihr Hund ist nie wieder so neugierig und mutig wie im Welpenalter, nutzen Sie dies aus!

Er steht fremden Reizen und Situationen nie wieder so offen und unbefangen gegenüber, wie in den ersten Lebensmonaten. Gemeinsames Erleben fördert die Bindung zwischen Mensch und Hund. Dieses Erleben sollte für den Hund stets eine positive Erfahrung sein. Motivieren Sie Ihren Hund mit Leckerchen, belohnen Sie ihn mit Spiel, Futter oder Körperkontakt, wie streicheln, schmusen etc., körperliche Züchtigung hat in der Hundeerziehung nichts zu suchen und zeigt nur das Unverständnis des Hundebesitzers gegenüber seiner Mitkreatur Hund.

Sehr wichtig ist eine gute Umweltsozialisierung wie etwa gegenüber fremden Menschen. Halten Sie mehrmals wöchentlich kurze Kontakte zu z.B. Nachbarn oder anderen fremden, hunde-freundlichen Menschen. Ihr Hund sollte auch in diesem Alter an Babys, Klein- und Krabbelkinder, schreiende, rennende, spielende Kinder etc. gewöhnt werden. Nie wieder ist es so einfach, wie jetzt. Gehen Sie z.B. an Kindergärten oder Schulhöfen spazieren. Normal ist es, dass Welpen alle Menschen überschäumend begrüßen, erst im späteren Alter legt sich dies. Achten Sie darauf, dass dem Welpen bei diesen ersten Kontakten keine (unbeabsichtigten) Schmerzen zugefügt werden, so dass er Menschenkontakte nicht gleich mit einem negativen Reiz verbindet.


Zeigen Sie dem Hund schon in diesem Alter Ihre körperliche Überlegenheit

Ein ausgewachsener Landseerrüde wiegt durchaus 80 kg und das bei einer Muskelkraft, die es Ihnen schwer macht, sich gegen ihn durchzusetzen, wenn er Sie nicht von klein an als seinen Chef und Rudelführer anerkennt. Drehen sie Ihren Welpen mindestens alle zwei Tage sanft aber bestimmt auf den Rücken. Er muss seinen Bauch zeigen und kurz ruhig liegen bleiben. Das kann im Spiel erfolgen oder im Rahmen der Fellpflege, wenn sie mit einer nicht zu harten Bürste den Bauch bürsten.


Suchen Sie Kontakt zu Joggern und Radfahrern

Üben Sie am Anfang mehrmals wöchentlich die Begegnung mit Joggern oder Radfahrern. Auch wenn diese noch so sehr den Jagdreflex auslösen – jeder Ansatz zum Hinterher-springen und Anbellen wird unterbunden! Notfalls gelingt dies gut mit Hilfe einer Schleppleine. Ein Spaziergang am Radweg und Trimmpfad führt häufig zum Ziel.


Machen Sie den Hund "tierarztfest"

Auch der Tierarztbesuch muss erlernt werden. Der erste Besuch ist ein Kontrollbesuch nach Absprache mit dem Tierarzt ohne Behandlung und ohne Spritze! Hilfreich ist es, wenn der Tierarzt ein paar tolle Leckereien im Sprechzimmer hat (unsere Hunde lieben ihren Tierarzt, seit ihm bei einem früheren Besuch diese Keksdose runterfiel....).

Sie müssen lernen, Ihrem Hund Tabletten und Tropfen zu verabreichen, lassen Sie sich dies eventuell vom Tierarzt zeigen.

Tabletten lassen sich gut mit etwas Leberwurst verabreichen. Tropfen kann man auf die Rückseite eines mit etwas Leberwurst bestrichenen Brotstückes geben.

Der Welpe muss sich vom Tierarzt am ganzen Körper ohne Widerstand anfassen lassen. Üben Sie dies von Klein an zu Hause. Das Berühren der Geschlechtsteile (Kontrolle der Hoden), die Kontrolle der Augen (Unterlid leicht herunterziehen), Zahn- und Pfotenkontrolle lassen sich leicht im Zuge des Spiels üben. Lebenswichtig für Ihren Hund kann es sein, dass es sich widerstandslos das Maul öffnen lässt und einen Gegenstand entfernen lässt (dies kann später ein Giftköder sein, oder ein im Schlund steckender Fremdkörper, der die Atmung behindert).

Wichtig sind diese Übungen auch, wenn Sie mit Ihrem Hund später Ausstellungen besuchen wollen. Kein Richter kämpft gerne mit Ihrem Hund, um sich von der Zahl seiner Zähne überzeugen zu können und schon gar nicht anhand der Abdrücke in seinem Handrücken.

Für Ihre Wohnungseinrichtung kann es vorteilhaft sein, wenn Ihr Hund frühzeitig daran gewöhnt ist, die Pfoten, Beine und den Bauch gewaschen und abgetrocknet zu bekommen. Ganz wichtig ist bei langhaarigen Hunden auch die Fellpflege. Beim Herausbürsten von Kletten oder Knoten kann es auch mal ziepen. Das darf Ihren Hund nicht gleich flüchten lassen. Der Hund muss Vertrauen in Sie haben, er muss akzeptieren, dass alles, was Sie machen gut und richtig ist, und dass man dem „Chef“ nicht zu widersprechen hat (hinterher wird dann ausgiebig gelobt und belohnt).


Machen Sie Ihren Hund mit dem Briefträger und dem Zeitungsaussträger bekannt

Diese Berufsgruppen haben viel unter falschem Hundekontakt zu leiden. Ob es nun an dem Geruch liegt, den diese Menschen von überall her mit sich tragen (darunter sicherlich auch von dem ungeliebten Nachbarshund), oder ob es die Verteidigung des eigenen Reviers gegen jemanden ist, der sich am „rudeleigenen“ Briefkasten zu schaffen macht ist umstritten und letztlich auch egal. Zeigen Sie ihrem Hund durch freundliches Begrüßen des Briefträgers, dass er dazu gehört und dass Sie sich freuen, wenn er kommt, dann wird auch ihr Hund ihn akzeptieren. Einer unserer früheren Briefträger hatte regelmäßig die Jackentaschen voll Hundeleckereien und die Hunde warteten schon täglich darauf, dass die Post kam....


Suchen Sie viel Hundekontakt

Suchen Sie mit Ihrem jungen Hund frühzeitig Kontakt zu freundlichen, gut sozialisierten Hunden aller Rassen und Altersstufen. Sehr zu empfehlen ist eine Welpenspielgruppe, die dann zwanglos in eine Erziehungsgruppe mit dem Ziel einer Begleithundeprüfung übergeht.

Wichtig ist der Kontakt zu gut sozialisierten Hunden! Hunde, die selbst durch falsche Erziehung oder andere Fehler während ihrer Prägungsphase einen Schaden davongetragen haben, können auch ihrem Hund nichts beibringen und beeinflussen ihn negativ. Verlasen Sie sich auch nicht blind auf den vielbeschworenen Welpenschutz, den ein junger Hund ja gegenüber ausgewachsenen Hunden genießen soll. Erstens gilt dies auch im Wolfsrudel nur gegenüber rudeleigenen Welpen und zweitens gilt es eben nur, wenn das Gegenüber ein gut sozialisierter Hund ist.


Suchen Sie auch Kontakt zu anderen Tieren

Beim Spaziergang durch den Stadtpark, durch die Felder der Nachbarschaft oder auch in Ihrem Haushalt wird der junge Hund auch andere Tiere kennen lernen. Pferde, Schafe, Ziegen, Hühner, Schwäne oder auch Wildtiere wie Rehe dürfen für Ihren Hund nicht nur Beute sein, hinter der er im wilden Jagdtrieb hinterher läuft. Das kann gefährlich für Ihren Hund sein und macht das Leben für Sie auch nicht einfacher. Gewöhnung hilft hier viel. Es gibt sogar Tierparks, die das Mitbringen von Hunden auf das Gelände gestatten.


Der Straßenverkehr

Was für andere Tiere gilt, gilt natürlich auch für Autos, Trecker, Baumaschinen etc.. Ein vorbeifahrendes schnelles Auto, ein lauter LKW, ein ratterndes Müllauto darf Ihren Hund nicht in Panik versetzen, so dass er sich vielleicht noch von der Leine losreißt (und an der Leine hat er im Straßenverkehr zu gehen!). Stellen Sie sich an eine Fußgängerampel mit viel Verkehr und reden Sie ruhig mit ihrem Hund. Wenn er sieht, dass Sie keine Angst haben und er Vertrauen zu Ihnen hat, ist die Übung schon halb bestanden. Gehen Sie auf den Bahnhof mit seinen Menschenmengen, die auch noch große laute Gepäckstücke hinter sich herziehen. Unternehmen Sie selbst mit dem Hund Bahn- und Busfahrten, zu Anfang vielleicht zu Zeiten, wenn nicht so viele Menschen mit im Zug oder Bus sind.

Benutzen Sie mal einen Aufzug, z.B. im Parkhaus, Einkaufszentrum oder Flughafen. Sollten Sie später einmal zu einer Ausstellung mit Ihrem Hund wollen und im Hotel im vierten Stock das letzte Zimmer bekommen haben, werden Sie sich freuen, wenn der Hund diese Übung beherrscht.

Wichtig ist es hierbei auch, dass der Hund an viele verschiedene Bodenbeläge gewöhnt wird. Mal ist es rutschig, mal müssen Sie mit dem Hund über ein Lüftungsgitter, aus dem es auch noch ungewohnt riecht. Sie können es sich nicht immer aussuchen. Gewöhnen Sie Ihren Hund in einem Alter an diese Dinge, in dem Sie ihn notfalls noch auf den Arm nehmen können. Viele Hunde laufen auch rutschige Treppen freudig hoch, aber nicht wieder herunter...


Geräusche

Es gibt täglich in Ihrem Haushalt Geräusche, die neu für ihren jungen Hund sind. Ihr Staub-sauger klingt ganz anders, als der, den er bereits kennt. Sie haben ungewohnte Haushalts-maschinen. Ihnen fällt in der Küche ein Topfdeckel zu Boden, die Kinder lassen einen Luftballon platzen. All dies lässt sich wunderbar inszenieren, so dass sich der Hund unter kontrollierten Bedingungen daran gewöhnt wird.

Dies gilt auch für die Gewöhnung an Dunkelheit. Ihr Hund kennt bereits den Straßenverkehr, er hat Kontakt zu anderen Menschen, aber in der Dunkelheit bekommen all diese Dinge ganz neue Qualitäten. Vielleicht können Sie sich noch an Ihre Kindheit erinnern? Es gibt Hunde, die nachts deutlich Furcht zeigen. Es liegt an Ihnen, dass Ihr großer starker Landseer nicht dazu gehört.


Wasser
Jeder Landseer liebt Wasser. Das ist richtig, wenn er frühzeitig (aber vorsichtig) daran gewöhnt wurde. Es gibt tatsächlich Landseer, die lieber am Strand liegen und auf Herrchen warten, als mit baden zu gehen. Wie schade. Spielerisch und ohne Zwang gewöhnen Sie den jungen Hund an kleinen Bachläufen oder flachen Uferzonen an das nasse Medium. Manchmal muss man auch selbst ein Stück weit voraus ins Wasser gehen. Da Ihr Hund nichts so sehr liebt, wie Sie, wird er Ihnen folgen (aber überfordern Sie ihn nicht gleich).

Wichtig ist, dass der Hund sich hinterher ausreichend bewegt oder gegebenenfalls abgetrocknet wird. der Liegeplatz, an dem er hinterher ruht, muss zugfrei sein. Junge Hunde besitzen noch nicht die dicke isolierende Unterwolle wie die Großen.


Geben Sie Ihrem Hund Geborgenheit

Vertrauen, soziale Nähe und Geborgenheit sind Grundbedürfnisse ihres Hundes. Ein gut behandelter Hund wird von sich aus die gesamte Familie und vor allem die Kinder beschützen. Ständige Zwingerhaltung ist Isolationshaft und wird auch nicht durch tägliche Spaziergänge aufgehoben.

Der Hund wird nie (!) geschlagen. Körperliche Züchtigung ist eine Bankrotterklärung des Hundehalters und nicht zu entschuldigen. Der Hund wird jegliches Vertrauen in sie verlieren. Wenn sie ihren Hund einfach ignorieren – aus dem Rudel ausschließen – ist dies eine viel härtere (und hundegemäßere) Strafe als jeder Schlag. Eine weitere Maßregelung kann der dem Wolfsverhalten nachempfundene Schnauzengriff sein. Hierbei werden die Lefzen mit dem Daumen und dem Mittelfinger hinter die Reißzähne gedrückt.


Tägliche Befehle

Im täglichen Umgang mit ihrem Hund benutzen sie folgende Begriffe

Fuß - Sitz - Platz - Hier - Steh - Bleib - Aus - Pfui

Dies sind kurze, deutliche Hörzeichen, die sich im Klang leicht unterscheiden lassen. Während der Lernphase wird dabei mit viel Lob und auch Leckerchen gearbeitet, nicht mit Strafe oder Tadel. Wir verknüpfen das Befolgen unserer Befehle mit für den Hund positiven Erfahrungen, und zwar sofort (!) nach dem Befolgen, damit für den Hund ein direkter Zusammenhang besteht. Hört ihr Hund auf diese kurzen Kommandos, hat er bereits einen großen Teil der Ausbildung zur Begleithundeprüfung geschafft.


Kinder und Hunde

Der VDH hat zwölf goldene Regeln für das Zusammenleben zwischen Hund und Kindern aufgestellt, denn nicht nur der Hund muss lernen, dass die Kinder der Familie im Rudel ranghöher sind als er, auch Kinde müssen den Hund als Mitgeschöpf akzeptieren, das nach gewissen Regeln zu behandeln ist

1. Behandle einen Hund so, wie du selbst behandelt werden möchtest.
2. Ein Hund kann noch so lieb aussehen – geh nicht (ohne zu fragen) zu ihm hin.
3. Vermeide alles, was ein Hund als Bedrohung auffassen könnte.
4. Schau einem Hund nicht starr in die Augen!
5. Komme nicht in Schwanznähe, versuche nicht, daran zu ziehen und trete nicht darauf!
6. Störe keinen Hund beim Fressen! Versuche nicht, ihm sein Futter wegzunehmen!
7. Wenn du mit einem Hund spielst, achte darauf, den Zähnen nicht zu nahe zu kommen!
8. Versuche nie, raufende Hunde zu trennen!
9. Egal, ob du Angst hast, oder nicht, laufe nie - unter gar keinen Umständen - vor dem Hund davon!
10. Du hast zwei Hände, der Hund hat nur seine Zähne, um etwas festzuhalten.
11. Wenn ein Kind mit einem Hund spielt, sollte ein Erwachsener in der Nähe sein.
12. Kein Hund ist wie der andere!


Die Körpersprache des Hundes

Der Hund kann sich uns nicht auf menschliche Art mit Hilfe der Sprache verständlich machen. Hilfreich ist es da, seine Körpersprache deuten zu können.



Die Ernährung des Hundes

Sie werden in der Regel von ihrem Züchter Informationen darüber erhalten haben, mit welchem Futter ihr Landseer bis zur Abgabe ernährt wurde. Stellen sie die Art der Ernährung nicht schlagartig um, dies könnte zu Verdauungsproblemen führen. Erwerben sie beim Züchter eine kleine Menge der bisherigen Futtersorte, wenn diese nicht an ihrem Heimatort erhältlich ist und mischen sie diese über einige Tage mit dem neuen Futter.

Frisches Wasser muss bei allen Mahlzeiten zur Verfügung stehen. Futterreste werden nach den Mahlzeiten aus der Schüssel entfernt. Eiweißreiches Hundefutter ist leicht verderblich. Auch die Umgebung des Futterplatzes hat sauber zu sein (z.B. aus der Schüssel „gewühltes“ Futter). Das Futter sollte auf Zimmertemperatur angewärmt sein. Nie wird noch halbgefrorenes Futter verfüttert!

Der Welpe wird zu Anfang noch 4 – 5 mal täglich gefüttert. Später wird dies auf 2 - 3 Mahlzeiten pro Tag reduziert. Eine einzige Mahlzeit pro Tag ist bei großen Hunderassen nicht empfehlenswert, die Gefahr einer Magendrehung steigt dadurch deutlich an.

Ein in der Höhe verstellbarer Futterständer wächst langsam mit dem Hund in die Höhe und verhindert eine schlechte Körperhaltung beim Fressen. Die Belastung der Vordergliedmaßen, die ja beim Junghund noch nicht in Gelenken und Bändern gefestigt sind, wird so vermindert. Der Weg der Nahrung vom Schlund zum Magen ist dabei auch optimal.

Lassen sie ihren Hund nicht im abgehetzten Zustand fressen. Es wird zuviel Luft mitgeschluckt, dies kann leicht zu Blähungen und zum Erbrechen führen.

Lassen sie ihren Hund nach den Mahlzeiten möglichst nicht toben. Eine kurze Ruhepause ist ideal, um der Gefahr einer Magendrehung vorzubeugen.

Bei allen großen Hunderassen ist die Magendrehung eine tödliche Gefahr. Der Magen wird dabei durch eine Drehung um seine Längsachse am Eingang und Ausgang verschlossen, der Mageninhalt beginnt zu gasen und die zu- und ableitenden großen Blutgefäße werden verschlossen. Anzeichen für eine Magendrehung sind ein aufgeblähter Bauch, hektisches Umherlaufen, starkes Hecheln, ein krummer Rücken, ein panischer Augenausdruck. Der Hund hat starke Schmerzen. Wichtig ist eine sofortige Operation, die leider nicht immer zum Erfolg führt. Einige Hunde sterben trotz anfangs erfolgreicher Operation danach an Kreislaufversagen.

Ihr Hund braucht eine ausgewogene Kost. Bewährt hat sich Fertigfutter, das von der Industrie für alle Alter- und Größenklassen angeboten wird und zwar in Form von

• Feuchtfutter (Dosenfutter)
• Halbfeuchtfutter (in Plastik- oder Alubeuteln)
• Trockenfutter

Alle sind Alleinfutter, eine Ergänzung durch Vitamingaben, Mineralstoffe etc. ist also beim gesunden Hund eigentlich nicht nötig. Wenn sie bedenken, dass bei Feuchtfutter ein sehr großer Teil des Inhalts aus Wasser besteht, wird deutlich, dass Trockenfutter eine preiswertere Lösung ist ohne qualitativ schlechter zu sein.

Besonders bei großen Hunden ist es wichtig, auf ein ausgewogenes Verhältnis von Calcium und Phosphor zu achten. Es sollte ca. bei 1 : 0,8 liegen. So ist eine optimale Versorgung der Knochen und des Gelenkapparates gewährleistet.

Da der Körper bestrebt ist, dieses Verhältnis aufrecht zu erhalten, wird klar, dass eine Über- oder Unterversorgung sowohl von Calcium (zusätzlicher Futterkalk) oder auch Phosphor (große zusätzliche Fleischgaben) zu Knochenerweichungen führen können. Füttern sie einen Stoff im Überschuss, versucht der Körper aus dem vorhandenen Vorrat (den Knochen) das jeweils fehlende Material zu bekommen.

Schon junge Landseer sind große Hunde mit beachtlichem Gewicht. Ausgewachsen sind sie jedoch erst mit ca. zwei Jahren, das heißt, auch Bänder und Gelenke erreichen erst dann ihre endgültige Festigkeit. Füttern sie also den Hund während seiner Wachstumsphase vorsichtig. Einer unserer Züchter hat es überspitzt einmal so ausgedrückt: Hungern sie ihren Landseer groß! Ein Futter mit zu hohem Protein- oder Fettgehalt bringt sehr massereiche Junghunde hervor, dessen noch nicht ausgehärtetes Knochengerüst dem schweren Körper nicht gewachsen ist. Die Folge: Knochenverformungen und Gelenkserkrankungen. Der Proteingehalt im Erwachsenenfutter sollte nicht über 23% liegen.

Eine einfache Methode um zu sehen, ob ihr Hund zu dick ist: Rippen und Rippenbögen müssen leicht zu tasten sein.


Rohes Fleisch

Verfüttern sie kein rohes Fleisch! Besonders in Schweinefleisch können Viren, Bakterien und Parasiten leben. Die Aujetzkische Krankheit der Schweine ist für den Menschen ungefährlich, tödlich jedoch für Hunde! Durch Abkochen wird der Erreger abgetötet.


Füttern von Knochen

Wenn sie ein Vollfutter verfüttern, braucht ihr Hund keine Knochen! Calcium und Phosphor sind in diesem Futter ausreichend vorhanden. Einige Hunde neigen dazu, Knochen zu hastig zu verschlingen, dies kann durch Knochensplitter leicht zu Verletzungen des Magens oder Schlunds führen. Wenn sie etwas für die Zahnpflege ihres Hundes tun wollen, geben sie ihm von Zeit zu Zeit einen Kauknochen aus Büffelhaut, der (ebenso wie harte Hundekuchen) der Zahnpflege dienen kann.


Braucht Ihr Hund Obst und Gemüse

Ihr Hund benötigt kein zusätzliches Vitamin-C, das produziert er selbst. Ballaststoffe sind in einem guten Fertigfutter auch in ausreichendem Maße vorhanden. Es ist jedoch trotzdem so, dass viele Hunde ganz wild auf Obst, wie Banane, Apfel oder Apfelsine sind. Da sie ihm bestimmt nicht schaden, soll er sie ruhig bekommen. Vielleicht weiß er auch etwas besser als wir, ob nicht doch bestimmte Inhaltsstoffe darinnen sind, die er gerade benötigt.

Wenn sie ihrem Hund Gemüse geben möchten, kochen sie es vor, sonst wird es von dem relativ kurzen Hundedarm nicht verwertet. Ein Sonderfall sind Kartoffeln. Ist ihr Hund einmal zu dick geworden und erscheint ihnen die Diätportion doch zu klein, geben sie gekochte Kartoffeln hinzu. Sie werden meist gerne genommen, füllen den Hundemagen und machen ihn nicht dick.

Auch Fleisch-, Fischreste oder Reis aus der häuslichen Küche kann dem Hund gegeben werden, sofern die Speisen nicht stark gewürzt oder gesalzen sind. Vergessen sie nicht, diese Menge von der Menge an Fertigfutter abzuziehen.


Durchfall beim Hund

Kommt es doch einmal beim Junghund oder Welpen zu Durchfall, geben sie (aber erst ab dem 6. Lebensmonat) einen Tag lang schwarzen Tee zu trinken ohne zusätzliche Nahrungszufuhr. Am zweiten Tag kann man dann Reis und Hüttenkäse füttern, dann Rindfleischbrühe mit Kartoffeln. Tritt nach drei Tagen keine Besserung ein, suchen sie bitte unbedingt den Tierarzt auf! Wenn der Hund überhaupt eine Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme verweigert, gehen sie schon am zweiten Tag zum Tierarzt!


Impfung und Entwurmung

Wenn eine Hündin regelmäßig und sorgfältig geimpft wurde, verfügen Hundewelpen schon nach der Geburt über eine – wenn auch minimale – Grundausstattung an Antikörpern. In den ersten drei Lebenswochen erhalten die Welpen weitere wichtige Antikörper über die Muttermilch. Ab der sechsten Woche geht dieser Schutz langsam verloren.

• Die erste Impfung des Welpen (jede Impfung wird nur am gesunden Hund vorgenommen!) erfolgt in der 8. Woche. Es ist eine Kombinationsimpfung gegen Staupe, infektiöse Leberentzündung (Hepatitis), Leptospirose, Zwingerhusten und Parvovirose. Die Abkürzung dieser Impfung im Impfpass des Hundes ist SHLP.
• In der 12. Woche erfolgt eine Widerholungsimpfung.
• In der 16. Woche wird gegen Parvovirose (Abkürzung P) und Tollwut geimpft.
• Diese Impfkombination wird jährlich wiederholt (Abkürzung im Hundeimpfpass SHLPT)

Vor jeder Impfung wird der Hund entwurmt. Ab dem 3. Lebensmonat kann dabei ein Wurmmittel gegeben werden, das alle Wurmarten erfasst (wie Spulwurm, Hakenwurm oder Bandwurm). Der Welpe wurde bereits beim Züchter ab der zweiten Lebenswoche (bis zur 12. Lebenswoche) alle 14 Tage mit einem speziell für Welpen verträglichen Mittel entwurmt. Dies ist wichtig, da der Welpe über die Muttermilch sehr häufig Spulwürmer aufnimmt. Diese Spulwürmer liegen bei der Mutter in verkapselter Form vor (sind daher nicht mit den üblichen Antiwurmmitteln zu bekämpfen) und werden während der Säugephase freigesetzt.

Auch beim erwachsenen Hund ist ein Wurmbefall kaum zu vermeiden. Eine zufällige Aufnahme der Eier erfolgt in der Hundeumwelt z.B. durch den Verzehr eines Zwischenwirtes, etwa einer Maus.

Regelmäßige Entwurmung ist also auch beim erwachsenen Hund notwendig, etwa zwei- bis dreimal im Jahr, aber immer vor einer Impfung! Das entsprechende Wurmmittel erhalten sie bei ihrem Tierarzt.


Parasitenbefall


Zecken

Mit kräftigen Beißwerkzeugen verbeißen sich die Zecken in der Haut des Hundes und saugen sich mit Blut voll, was beim Hund einen starken Juckreiz auslöst.

Zecken halten sich in lichten Stellen des Waldes in ca. 80cm Höhe an Gräsern und Büschen auf und lassen sich auf den vorbeistreifenden Hund fallen. Die Größe der Zecken geht von wenigen Millimetern über Erbsen- bis zu Saubohnengröße (im vollgesogenen Zustand).

Gefährlich wird die Zecke, wenn sie Krankheiten überträgt, die nur heilbar sind, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Je kürzer eine Zecke an ihrem Hund verweilt, desto geringer ist die Gefahr einer Krankheitsübertragung. So sollte man in der Zeckenzeit von Frühjahr bis zum Herbst nach jedem Spaziergang den Hund gründlich nach Zecken absuchen. Nach dem Hundespaziergang wird der Hund mit einer Gumminoppenbürste übergebürstet. Bevorzugte Stellen der Blutsauger sind die Kopfregion bis zu den Achseln, an den Ohren und zwischen den Zehen. Hat sich trotz Vorsichtsmaßnahmen eine Zecke festgebissen, wird sie mittels einer Zeckenzange entfernt, Lassen sie es sich von ihrem Tierarzt oder ihrem Züchter zeigen. Greifen sie die Zecke dicht am Kopf und drehen sie die Zecke ohne zu stark zu drücken heraus. Auch der Zeckenkopf muss mit entfernt werden, sonst kann es zu Entzündungen kommen. Diese Bissstellen jucken stark. Gegen diesen Juckreiz hat sich Teebaumöl-Balsam bewährt.

Viele Mittel gegen Flöhe können auch gegen Zeckenbefall eingesetzt werden.

Es gibt eine Impfung gegen bestimmte durch Zecken übertragene Erreger (Borreliose). der Hund erhält dabei eine Grundimmunisierung, die aus zwei Injektionen im Abstand von drei Wochen besteht und die dann jährlich aufgefrischt werden muss.

Große Quälgeister sind die Zecken, häufigste Zeckenart bei uns ist der Holzbock.


Flöhe

Wenn ihr Hund sich häufig kratzt, untersuchen sie ihn auf Flöhe. Am ehesten findet man den Floh im Gesicht, wenn er auf der Stirn des Hundes kurz einmal aus dem kurzen Fell auftaucht. Dann kann man ihn – wenn man schnell genug ist – zwischen Daumen und Zeigefinger mit dem Pinzettengriff fangen. da der Floh sich schwer zerdrücken lässt, lässt man ihn erst unter Wasser wieder frei.

Schwarze Krümel im Fell, z.B. in der Schenkelinnenseite, sollten sie absammeln und auf weiß0em Papier mit etwas Wasser zerdrücken. Färbt es sich dabei rot, handelt es sich im Flohkot. Kämmen sie dann ihren Hund gründlich durch, möglichst mit einem Flohkamm, den sie im Zoofachgeschäft bekommen.

Flöhe übertragen Bandwürmer und sind das ganze Jahr über präsent. beim Tierarzt erhalten sie wirksame Mittel gegen Flöhe. Von den üblichen Flohhalsbändern ist abzuraten, vor allem, wenn noch Kleinkinder im Haus sind.

Um den Flohnachwuchs einzudämmen, ist in der Wohnung gründliches Saugen mit einem Staubsauger auf höchster Saugkraft nötig. In den Staubsaugerbeutel können sie dabei ein Flohmittel einstreuen. Ist es einmal zu einem massiven Flohbefall gekommen (der immer auch das häusliche Umfeld des Hundes betrifft), müssen die Decken, auf denen der Hund liegt und andere Liegeplätze gewaschen oder gründlich gereinigt werden, etwa mit einem Dampfreiniger.


Läuse und Haarlinge

Bei schlechter Fellpflege kann es auch einmal zu Befall durch Läuse und Haarlinge kommen. Zeichen sind auch hier starker Juckreiz. Gründliche Liegeplatzpflege und Fellpflege sind unerlässlich. Gegen diese Parasiten hilft ebenfalls ein Flohmittel.


Milben

Es besteht Ansteckungsgefahr auch für den Menschen. Nicht bei allen Milbenarten ist die Heilung des Hundes unkompliziert.

Der Milbenbefall beginnt meist an den Ohren und breitet sich bei Nichtbehandlung über den ganzen Körper aus. Durch den Juckreiz kommt es zu Kratzstellen und dann häufig zu Sekundärinfektionen. Eine Behandlung erfolgt mit Bädern und Desinfektionsmitteln.

Eine besonders unangenehme Hauterkrankung ist die Räude, ausgelöst durch Befall mit verschiedenen Milbenarten. Auch hier kommt es zu einem starken Juckreiz und zu Hautveränderungen.


Körperpflege


Fellpflege

Wichtig ist, wie beim vorigen Punkt bereits ersichtlich wurde, die regelmäßige sorgfältige Körperpflege des Hundes. Hieran muss er von Jugend an gewöhnt werden, sonst gibt es, gerade bei einem langhaarigen Hund, Schwierigkeiten beim erwachsenen Hund.

Der Landseer ist nicht so pflegeaufwendig wie viele andere Langhaarhunde. Ein gründliches wöchentliches Kämmen und Bürsten des Fells reicht normalerweise aus, Während der Haarwechsel hat dies allerdings täglich zu erfolgen.

Im Winter bei Eis und Schnee hat es sich bewährt, die Haare an den Pfoten und zwischen den Ballen zu kürzen, so können sich keine Eisklumpen zwischen den Ballen bilden, die den Hund beim Spaziergang behindern. Zum Schutz gegen Streusalz bestreicht man die Ballen mit Melkfett, Vaseline oder Lederfett.


Zahnpflege

Zur Entfernung von Zahnstein werden harte Hundekuchen und/oder Kauknochen aus Büffelhaut gegeben. Kommt es trotzdem zu Zahnsteinbildung, muss der Tierarzt den Zahnstein entfernen, da Zahnfleischentzündungen und auch Mundgeruch die Folge sein können.

Zusätzlich kann man selbst dem Hund die Zähne mit Schlemmkreide putzen. Spezielle auf den Zeigefinger aufsteckbare Bürsten sind im Fachhandel erhältlich.

Ihr Welpe beginnt ab dem vierten Monat mit dem Zahnwechsel. Er kann sich dabei sichtlich unwohl fühlen, hat auch Schmerzen oder neigt sogar zum Erbrechen. Helfen sie ihm mit Dingen, auf denen er ungestraft herumkauen kann, um die Zahnung zu unterstützen.


Allgemeine Pflege

Wöchentlich werden die Ohren des Hundes kontrolliert und dabei mit einem Papiertaschentuch gesäubert. Dabei werden nur die äußeren Gehörgänge ausgewischt und nicht mit einem Wattestick in den tieferen Gehörgang eingedrungen. Dies kann leicht zu Verletzungen führen.

Alarmsignal für einen eventuellen Parasitenbefall oder Entzündungen des Ohrs sind häufiges Kopfschütteln, Kratzen an den Ohren oder brauner, übelriechender Ohrschmalz.

Zur Kontrolle der Gesundheit ihres Hundes ist es hilfreich zu wissen, dass seine normale Körpertemperatur 38° bis 39°C beträgt. Sie wird rektal (im After) mit einem normalen Fieberthermometer gemessen, das man vorher mit etwas Vaseline einstreicht.

Die normale Herzfrequenz ihres Hundes beträgt etwa 80 bis 120 Schläge pro Minute, die Atemfrequenz bei ruhigen Hunden liegt etwa bei 20 bis 50 Atemzügen pro Minute.


Vorsichtsmaßnahmen
Auch ein gesunder Hund ist in seinem täglichen Leben Gefahren ausgesetzt, die sie durch Vorsichtsmaßnahmen verringern können.

Meiden sie bei Spaziergängen gedüngte oder gespritzte Felder, vor allem im Frühjahr. Kunstdünger zwischen den Ballen kann zu Hautveränderungen führen. Das Fressen von gespritztem Gras an Feldrändern kann zu schweren Vergiftungen führen.

Erkundigen sie sich vor Urlaubsreisen mit ihrem Hund in fremde Länder bei ihrem Tierarzt, was es dort zu beachten gibt. Dies können Krankheiten oder Parasiten sein, die es in ihrer gewohnten Umwelt nicht gibt.

In Haus und Garten gibt es Gefahrenquellen, die vor allem einem jungen unerfahrenen Hund gefährlich werden können

• Tabletten (lassen sie keine Medikamente offen herumliegen)
• Gemüse (manche Gemüsearten sind für den Hund sehr giftig, wie etwa Küchenzwiebeln oder Avocados)
• Kakaohaltige Produkte (besonders bittere Schokolade ist für Hunde gefährlich)
• Tabak (Zigaretten, Kautabak etc.)
• Zimmer- oder Gartenpflanzen (z.B. Weihnachtsstern, Yuccapalme, Drachenbaum, Hanf, Philodendrohn, Mistel, Goldregen, Rhododendron, Hortensie etc.)
• Obstkerne (Kirsch-, Pflaumen- oder auch Aprikosenkerne enthalten Blausäure)
• Pflanzendünger

Lassen sie besonders ihren Welpen nicht längere Zeit unbeaufsichtigt mit derartigen Sachen allein.


Ein besonderer Züchterwunsch

Wir als Züchter wünschen uns etwas über die Entwicklung und die Gesundheit ihres Hundes zu erfahren, auch nachdem er unseren Zwinger verlassen hat. Dies macht es uns möglich, bei zukünftigen Würfen züchterische Fehlplanungen zu vermeiden und weiter gesunde und wesensfeste Landseer zu züchten.

Mit 18 Monaten ist ein Röntgen der Hüfte, des Schultergelenks und des Ellenbogengelenks sehr wünschenswert.

Große Rassen sind vermehrt der Gefahr einer Hüfterkrankung mit Namen Hüftdysplasie (HD) ausgesetzt. Hier handelt es sich um eine Fehlbildung des Hüftgelenks, die (außer durch falsche Fütterung) auch erblich bedingt sein kann und bei Auftreten dem Hund starke Schmerzen verursacht und seine Beweglichkeit stark behindert. Durch Wahl der richtigen Zuchtpartner hat der VLD in den letzten Jahren die Befallsrate bei den Landseern deutlich senken können. Für den Röntgenvorgang wird der Hund in eine leichte Narkose versetzt (um die Muskelspannung zu verringern). Genauere Anleitungen für den Tierarzt gibt unsere Zuchtbuchstelle.

Bei diesem Anlass können auch die Vorderläufe des Hundes gleich auf mögliche Erkrankungen der Gelenke geröntgt werden. Es handelt sich um die OCD im Schulterbereich und ED im Ellenbogen. Auch hier gibt es Empfehlungen für den Tierarzt bei unserer Zuchtbuchstelle.

Viele Züchter beteiligen sich an den Kosten für diese Untersuchungen, da sie sich verantwortlich fühlen für eine Zucht gesunder Landseer auch in der Zukunft.


Was können Sie mit Ihrem Landseer tun?

Nun, erst mal haben sie einen freundlichen, gelehrigen Familienhund mit dem sie ganz einfach glücklich und zufrieden zusammenleben können. Ausgedehnte Spaziergänge mit ihrem Hund sind gut für Mensch und Tier. Welpen dürfen beim Auslauf nicht überfordert werden. Mehrere kurze Spaziergänge fördern die körperliche Entwicklung eher als eine große Wanderung pro Tag.

Überbelastung führt beim Welpen zu Schäden am Bewegungsapparat. Dringend abzuraten ist im ersten Lebensjahr von „Spaziergängen“ mit dem Fahrrad. Beinahe ebenso schädlich bei allen großen Rassen ist das häufige Stehen auf der Hinterhand (z.B. am Gartentor) oder zu häufiges Hochspringen während des Spiels wie z.B. das Springen nach hochgehaltenen

Stöckchen. Beachtet man dies nicht, kann es leicht (und schon in früher Kindheit) zu schwerer HD führen. Dies gilt für alle schweren Hunderassen, teilweise noch eher als für den Landseer.

Aber ein Landseer kann mehr.


Begleithundeprüfung oder Hundeführerschein

Eine Welpenspielstunde, die für jeden Hund zur Sozialisierung sehr zu empfehlen ist, kann in vielen Spielgruppen zwanglos in eine Ausbildung zum Begleithund oder zum Hundeführerschein überleiten. Achten Sie darauf, dass der Ausbilder mit den besonderen Anforderungen vertraut ist, die ein großer Hund stellt. So sind die Bänder und Gelenke großer Rassen deutlich später gefestigt als etwa bei Dackel oder anderen Kleinhundrassen. Dies muss sich in den Anforderungen an die Hunde niederschlagen. Hindernisse sollten nicht vor 12 Monaten übersprungen werden, Steilwände und Schrägen dürfen erst noch später benutzt werden.


Wasserarbeit

Im VLD gibt es Arbeitsgruppen, die sich mit der Ausbildung zum Wasserrettungshund beschäftigen, wie auch in Österreich, Dänemark, Frankreich oder in ihrer Heimat Kanada. Die einzelnen Lektionen der Wasserarbeit reichen über das Bergen von Booten bis zur Rettung ertrinkender Menschen.


Fährtenarbeit

Auch eine Schulung zur Arbeit an Fährten ist mit dem Landseer möglich und wird praktiziert. Der VLD kann ihnen hier Kontaktadressen vermitteln.


Therapiehund

Durch sein ruhiges ausgeglichenes Wesen eignet sich der Landseer hervorragend für eine Ausbildung als Therapiehund für die verschiedensten Aufgaben.


Verantwortlichkeit

Für den Inhalt verantwortlich:
Gerda & Dr. Peter Martens
Dorfstraße 75
25917 Enge-Sande
Email: martens@landseerzucht.de


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